Waldviertler Bauernhäuser

Hausformen im Waldviertel - Bauernhäuser - Bauernhaus


Auszug aus "Das Waldviertel" von Franz Eppel: Beim Bauerngehöft herrscht im ganzen Waldviertel das Vielhaussystem, das aus mehreren Hausarten zusammengesetzte Gehöft, vor. Den häufigsten Typus bildet der Dreiseithof. Sein Wohnhaus ist mit der Giebelfront zur Gasse (Zeile) hin orientiert, davor liegt häufig ein Vorgärtchen. An diesen Wohntrakt schliesst die Hofmauer mit dem Einfahrtstor, eventuell auch mit ein bis zwei Fussgängerpforten. Daran stösst ein zweiter Wohntrakt, gleichfalls mit der Giebelseite zur Dorfzeile. Diese beiden Wohngebäude sind entweder für den Jung- und den Altbauern (als ,,Austragerhäusel" oder ,,Ausnahm"), oder für den Bauern und für das Gesinde bestimmt. An einen der beiden Trakte schliesst zumeist hinter Vorraum und Kammer ein Stall an. Hinten wird der Hofraum durch die quergelagerte Scheune, durch Holzschuppen, Werkzeug- und Gerätekammer abgeschlossen, die häufig nur in ungemauertem Blockbau ausgeführt sind. Eine mittlere Durchfahrt führt durch die Scheune rückwärts auf das Feld hinaus. Zwischen der Scheune und dem erstgenannten vorderen Wohnhaus liegt schliesslich noch ein Wagenschuppen, Vorratsraum oder ähnliches. Während die Lage der beiden Wohntrakte im ganzen Waldviertel ziemlich konstant bleibt, ist die Anordnung der Wirtschaftstrakte variabel. Alle Trakte sind ebenerdig, ohne Stockwerksaufbau. Gegen die Wohntrakte zu sind die Hofränder unter der Dachtraufe mit einem Steinpflaster (,,Greden") belegt; in der Hofmitte liegt der Dunghaufen, eventuell auch ein Schweinestall. Im östlichen und nordöstlichen Waldviertel ist an Stelle der Greden auch ein primitiver Laubengang, eine ,,Laben" errichtet.

Leider verschwinden diese Baudenkmäler, weil viele Häuser wegen Abwanderung verfallen oder einem modernen Zweckbau weichen müssen.


1. Beispiel: ein Haus in der Nähe von St. Leonhard am Hornerwald. Was Franz Eppel in seiner Beschreibung über das waldviertler Bauerngehöft nicht erwähnt hat, ist neben dem Dunghaufen (waldviertlerisch - Misthaufa) ein kleines Häuschen, ein Plumpsklo (waldviertlerisch - Scheisshaus) - siehe mittleres Bild, gelber Ausschnitt. Die typischen Türen des Schweinestalls befinden sich im roten Ausschnitt oder vergrössertes Foto rechts.


noch ein schönes

Plumpsklo


     


Die Waldviertler bauen ihre Häuser sehr oft auch versteckt in Gräben - nicht gesehen werden - was auch typisch für die Persönlichkeit des Waldviertlers ist.

Aber auch wenn das Haus auf freiem Feld steht, ist der Waldviertler ein ziemlich verschlossener Mensch.

 




     

Ein schönes Beispiel eines Kleinbauernhauses ist das Haus der Familie Tappl in Streitbach, das bis vor eingen Jahren noch bewirtschaftet und bewohnt war.




altes Familienfoto von Fam. Trappl

Etwas was leider auch aus den alten Bauernhäusern verschwindet, sind die alten "gesetzten Öfen". Einige schöne Exemplare kannst du hier sehen.




 

 
 

Sollte jemand noch so einen Ofen zu Hause haben, wäre ich dankbar, wenn ich diesen fotografieren und in diese Seite aufnehmen dürfte. Oder auch eine alten Backofen, wie sie früher fast bei jedem Bauernhaus standen, wie das Beispiel dieses schönen Backofens aus dem Wolfshoferamt zeigt.

zusätzliche Bilder von Bauernhäusern und Sonstigem aus dem Waldviertel

Bücher über das Waldviertel gibt´s bei AMAZON, auch "Das Waldviertel" von Franz Eppel.

 





Es wird bestimmt noch weitergearbeitet!